• 18. April 2017
  • 9 Min

Ego­bait im Influ­en­cer Marketing

Die Reichweite der Branchen-Experten nutzen

Um in der hoch­kom­pe­ti­ti­ven Ver­si­che­rungs- und Finanz­bran­che Kun­den über Such­ma­schi­nen zu gewin­nen, müs­sen Unter­neh­men zur rich­ti­gen Zeit am rich­ti­gen Ort sein. Das bedeu­tet, nicht erst in den Momen­ten prä­sent zu sein, in denen ein Nut­zer eine kon­kre­te Kauf­in­ten­ti­on hat, son­dern bereits in vie­len Schlüs­sel­mo­men­ten davor.

Ziele von Egobait im Influencer Marketing
Abbil­dung 1: Die Zie­le einer Ego­bait-Kam­pa­gne im Influ­en­cer Marketing

Wich­tig für den Erfolg einer Ego­bait-Kam­pa­gne ist, dass der Influ­en­cer von der Erwäh­nung erfährt und dadurch posi­tiv gestimmt wird, die­sen Con­tent mit sei­nem Publi­kum zu tei­len. Mit den dadurch ent­ste­hen­den Shares in den sozia­len Netz­wer­ken erfährt die gewünsch­te Ziel­grup­pe von der Kam­pa­gne und wird gege­ben falls zum ers­ten Mal mit der Mar­ke bzw. dem Unter­neh­men konfrontiert.

Ein wei­te­rer posi­ti­ver Effekt kann eine Ver­lin­kung des Influ­en­cers auf die eige­ne Web­sei­te sein. Hier ist nicht nur der dadurch ent­ste­hen­de Traf­fic das Ziel, son­dern die Ver­lin­kung hin­sicht­lich der Suchmaschinenoptimierung.

Ego­bait-Kam­pa­gnen sind eine groß­ar­ti­ge Mög­lich­keit, sich mit den Mei­nungs­ma­chern der Bran­che zu ver­net­zen, die die Mar­ke vor­her noch nicht auf dem Schirm hat­ten. In Zukunft kön­nen dadurch wei­te­re inter­es­san­te Koope­ra­tio­nen und Kam­pa­gnen ent­ste­hen. Außer­dem soll­te jede Ego­bait-Con­tent auch den eige­nen Besu­chern einen Mehr­wert bieten.

Idea­ler­wei­se ist ein Groß­teil der Bran­che online-affin. Wich­tig ist, dass die Influ­en­cer in den sozia­len Medi­en aktiv sind und eine eige­ne Web­sei­te, Blog oder Maga­zin füh­ren. Bei einer Ego­bait-Kam­pa­gne soll­te ver­mie­den wer­den, Stars anzu­spre­chen, da man von die­sen nur in sel­te­nen Fäl­len die Auf­merk­sam­keit bekommt, die für den Erfolg der Kam­pa­gne ver­ant­wort­lich ist. Dies gilt natür­lich nur dann, wenn kei­ne kon­kre­ten Kon­tak­te vor­han­den sind. Im Vor­feld soll­te eine aus­gie­bi­ge Recher­che erstellt wer­den, um abzu­schät­zen, ob in der eige­nen Bran­che eine Ego­bait-Kam­pa­gne über­haupt Poten­tia­le aufweist.

Es gibt ver­schie­de­ne Arten von Ego­bait, z.B. kann ein ein­fa­ches Inter­view eines Influ­en­cers bereits als Ego­bait ein­ge­setzt wer­den. Auch Erwäh­nun­gen in den sozia­len Medi­en, in denen der Con­tent des Influ­en­cers gelobt wird, kann als Ego­bait durch­ge­hen. Um eine Ego­bait-Kam­pa­gne weit­läu­fig und mit einem hohen Mul­ti­pli­ka­tor zu nut­zen, emp­feh­len sich Lis­ten, in denen eine Viel­zahl von Influ­en­cern erwähnt wer­den. Dadurch steigt nicht nur die gesam­te Reich­wei­te, son­dern auch die Wahr­schein­lich­keit für den Erfolg der Kam­pa­gne. Laut Erfah­run­gen, tei­len etwa 50% der erwähn­ten Influ­en­cer auch den Con­tent mit dem Publikum.

Um hier kon­kre­ter zu wer­den, wird das Bei­spiel vom SEO-Por­tal und Unboun­ce herangezogen.

Das SEO-Por­tal ver­öf­fent­licht jedes Jahr seit 2015 eine Lis­te der Top 100 Influ­en­cer im Online Mar­ke­ting. Hier wer­den 100 Influ­en­cer im Online Mar­ke­ting prä­sen­tiert, die Ihre Mei­nung und Know­how ger­ne tei­len und die Redak­ti­on im Vor­jahr begeis­tert haben. Der Vor­teil für die Leser des SEO-Por­tals liegt klar auf der Hand – eine Lis­te mit 100 Per­so­nen, mit denen sie sich ver­net­zen und von deren Inhal­ten pro­fi­tie­ren kön­nen. Das Ego der Influ­en­cer wird hier mit der Aus­sa­ge – Top 100 Influ­en­cer – ange­spro­chen. Wei­te­re Kenn­zah­len zum Erfolg der Kam­pa­gne wer­den spä­ter im Arti­kel erwähnt.

Unboun­ce hat in ihrem Blog einen Arti­kel zu „50 Mar­ke­ting-Exper­tin­nen, mit denen du dich ver­net­zen soll­test“ und „50 Mar­ke­ting-Exper­ten, die du nicht auf dem Schirm hast, jedoch ken­nen soll­test“ ver­öf­fent­licht. Hier wird ein ähn­li­ches Prin­zip ange­wandt. Kle­ver bei der ers­ten Kam­pa­gne ist, dass die gerin­ge Frau­en­quo­te in der Online-Mar­ke­ting-Bran­che als Vor­teil genutzt wird und für eine gro­ße Auf­merk­sam­keit sorg­te. Der Erfolg gibt dem Redak­ti­ons­team von Unboun­ce recht. Mehr dazu spä­ter im Artikel.

Um solch eine Lis­te zu erstel­len, muss in Recher­che­ar­beit inves­tiert wer­den, um die Anzahl an Influ­en­cern in der eige­nen Bran­che zu fin­den und die rele­van­ten aus­zu­fil­tern. Je mehr Infor­ma­tio­nen zum Influ­en­cer ange­bo­ten wer­den, des­to höher die Wahr­schein­lich­keit, dass der Ego­bait posi­tiv ankommt.

Bei sol­chen Lis­ten müs­sen es nicht unbe­dingt nur Per­so­nen sein. Es kön­nen auch Unter­neh­men, Blogs, Events oder Kon­fe­ren­zen sein. Hier soll­te genau auf die eige­ne Bran­che geach­tet wer­den, um das gewünsch­te Publi­kum so ziel­ge­rich­tet wie mög­lich anzusprechen.

Um an eine Ver­lin­kung des Influ­en­cers zu kom­men, kann ein eigens für die Ego­bait-Kam­pa­gne ent­wor­fe­nes Sie­gel für das Ziel sehr för­der­lich sein. Die­ses Sie­gel soll als eine Art „Aus­zeich­nung“ die­nen. Damit bekommt der Influ­en­cer etwas an die Hand, was er stolz auf sei­ner Web­sei­te ein­bin­den kann. Dadurch steigt nicht nur die Wahr­schein­lich­keit auf eine Ver­lin­kung, son­dern för­dert zusätz­lich das Bran­ding des eige­nen Unternehmens.

Nach der Ver­öf­fent­li­chung der Kam­pa­gne, müs­sen die Influ­en­cer davon erfah­ren. Am ein­fachs­ten ist es, die­se in dem Bei­trag in den sozia­len Medi­en direkt zu mar­kie­ren. Hier läuft man aber Gefahr, dass die Erwäh­nung unter­geht. Am bes­ten soll­te der Influ­en­cer per­sön­lich ange­spro­chen wer­den. Ent­we­der per E‑Mail, in den sozia­len Netz­wer­ken per Nach­richt oder auf einem ande­ren Weg.

SEO-Portal - Top 100 Influencer
Abbil­dung 2: Pra­xis­bei­spiel für gutes See­ding für Ego­bait-Kam­pa­gnen von SEO-Portal

Als Para­xis­bei­spiel wird noch­mal das SEO-Por­tal her­an­ge­zo­gen. Nach dem 2016 die Lis­te der Top 100 Influ­en­cer ver­öf­fent­licht wur­de, bekam jeder Influ­en­cer per Post eine Tas­se mit dem SEO-Por­tal-Logo und einen Brief inkl. „Sie­gel“ und Unter­schrift des Redak­teu­res. Hier wur­de das Ego des Influ­en­cers best­mög­lich bedient und kaum ein Influ­en­cer hat die Erwäh­nung übersehen.

In der Theo­rie sehen sol­che Ideen meist sehr attrak­tiv aus. Aber füh­ren Ego­bait-Kam­pa­gnen auch wirk­lich zum gewünsch­ten Erfolg? Im Fol­gen­den wur­den eini­ge erfolg­rei­che Ego­bait-Kam­pa­gnen in der Online-Mar­ke­ting-Bran­che mit exter­nen Zah­len ana­ly­siert. Zu beach­ten ist, dass die­se Kam­pa­gnen nicht grund­sätz­lich auch als Ego­bait-Kam­pa­gnen geplant wur­den. Die­se sind aber als Pra­xis­bei­spie­le sehr gut zu veranschaulichen.

Hin­weis: Die fol­gen­den Daten stam­men von Buz­zsu­mo und Majes­tic.

Wie bereits oben erwähnt, prä­sen­tiert das SEO-Por­tal jedes Jahr seit 2015 die Top 100 Influ­en­cer im Online Mar­ke­ting. Hier wer­den 100 Influ­en­cer im Online Mar­ke­ting prä­sen­tiert, die Ihre Mei­nung und Know-How ger­ne tei­len und die Redak­ti­on im Vor­jahr begeis­tert haben. Der Vor­teil für die Leser des SEO-Por­tals liegt auf der Hand – eine Lis­te mit 100 Per­so­nen, mit denen sie sich ver­net­zen und von deren Inhal­ten pro­fi­tie­ren kön­nen. Die Zah­len spre­chen für sich – allein der Bei­trag vom Jahr 2017 kommt auf ins­ge­samt 913 Shares und auf Backlinks von 14 unter­schied­li­chen Domains.

Die eben­falls oben ange­spro­che­ne Kam­pa­gne von Unboun­ce, gene­rier­te eine gro­ße Reich­wei­te. Unboun­ce prä­sen­tier­te 50 Mar­ke­ting-Exper­tin­nen. Das Groß­ar­ti­ge an der Kam­pa­gne war, dass hier ledig­lich weib­li­che Exper­tin­nen prä­sen­tiert wur­den, was in einer von Män­nern domi­nier­ten Bran­che sehr gut ankam. Ins­ge­samt kam der Bei­trag auf 1.233 Shares und auf Backlinks von 2 unter­schied­li­chen Domains.

Unboun­ce hat den Erfolg, der letz­ten Ego­bait-Kam­pa­gne ver­sucht zu wie­der­ho­len und schick­te mit einer Lis­te der 50 männ­li­chen Mar­ke­ting-Exper­ten einen wei­te­ren Kan­di­da­ten ins Ren­nen. Auch hier hat sich das Redak­ti­ons­team von Unboun­ce Gedan­ken über die erwähn­ten Influ­en­cer gemacht. Es wur­den nicht die gro­ßen und ein­fluss­reichs­ten Influ­en­cer ange­spro­chen, son­dern Influ­en­cer mit einer Reich­wei­te im mitt­le­ren Bereich. Wie bereits vor­her in die­sem Arti­kel ange­spro­chen, liegt der Vor­teil hier­bei, dass die Auf­merk­sam­keit bei soge­nann­ten Micro-Influ­en­cern leich­ter zu gekom­men ist und die Wahr­schein­lich­keit ist grö­ßer, dass der Bei­trag von die­sen geteilt wird. Mit die­ser Link­bait-Kam­pa­gne konn­te Unboun­ce an die Erfol­ge der vor­he­ri­gen anschlie­ßen. Mit 1.062 Shares und Backlinks von 8 unter­schied­li­chen Domains war die­se Kam­pa­gne ähn­lich erfolgreich.

Die Redak­ti­on von Online-Mar­ke­ting-Tag hat Anfang 2017 ins­ge­samt 52 Exper­ten nach den Online Mar­ke­ting Trends für 2017 inter­viewt. Neben den Vor­tei­len einer Ego­bait-Kam­pa­gne bekommt Online-Mar­ke­ting-Tag und deren Leser zusätz­lich hoch­wer­ti­gen Con­tent von 57 ver­schie­de­nen Exper­ten. Mit ins­ge­samt 586 Shares und Backlinks von 8 unter­schied­li­chen Domains, kann sich die­se Kam­pa­gne durch­aus sehen lassen.

Im Haus­ei­ge­nen Blog emp­fiehlt Hubs­pot die 14 wich­tigs­ten deutsch­spra­chi­gen Mar­ke­ting-Blogs und gene­riert mit die­sem Bei­trag 530 Shares und Backlinks von 8 unter­schied­li­chen Domains. Trotz ledig­lich 14 erwähn­ter „Influ­en­cer“ gene­riert Hubs­pot von 14 Erwäh­nun­gen, 8 Backlinks. Die Stra­te­gie geht auf, da hier ziel­ge­rich­tet Blogs ange­spro­chen wur­den, die für einen Backlink eine per­fek­te Ziel­grup­pe sind.

Auch wenn nicht unbe­dingt als Ego­bait-Kam­pa­gne gedacht, eig­nen sich die „Goog­le Ran­king­fak­to­ren 2017“ von Sis­trix als sehr gutes Bei­spiel. 16 der aner­kann­tes­ten und bes­ten SEOs Deutsch­lands dis­ku­tie­ren über die Goog­le Ran­king­fak­to­ren 2017 und geben ihr Know­how preis. Neben dem sehr inter­es­san­ten und ein­zig­ar­ti­gen Con­tent, hat die Reich­wei­te der Exper­ten zum Erfolg des Con­tents von Sis­trix bei­getra­gen. Mit ins­ge­samt 644 Shares und Backlinks von 17 unter­schied­li­chen Domains, kann sich die­se Kam­pa­gne eben­falls sehen lassen.

Mit einer geschick­ten Stra­te­gie und einer kle­ve­ren Umset­zung kön­nen Ego­bait-Kam­pa­gnen das gewünsch­te Ziel, die Reich­wei­te der Influ­en­cer für sich zu nut­zen, sehr gut funk­tio­nie­ren. Bei der Erstel­lung eines Ego­bait-Con­tents soll­te immer dar­auf geach­tet wer­den, den eige­nen Lesern einen Mehr­wert mit zu bie­ten. Maß­geb­lich vom Erfolg einer Ego­bait-Kam­pa­gne sind die Influ­en­cer und deren Bereit­schaft, den Con­tent zu tei­len, verantwortlich.

Über den Autor
Artur Kosch
Geschäftsführer
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