- Die zentrale Erkenntnis der Studie: Mehr Sichtbarkeit, mehr Kapital
- Sichtbarkeit schlägt Gebühren – zumindest teilweise
- Rolle von SEA: Verstärker, kein Ersatz
- Wie Google-Sichtbarkeit direkt auf Wachstum und Kapitalzuflüsse wirkt
- Warum langfristige digitale Sichtbarkeit zum Wettbewerbsfaktor wird
- Kurzer Ausblick: Warum KI-Suche den Effekt verstärken wird
Kapitalzuflüsse gelten im Asset Management traditionell als Ergebnis von Performance, Produktstruktur, Gebühren und Vertriebskraft. Eine wissenschaftliche Studie zum Thema „Steigert Suchmaschinen-Sichtbarkeit die Kapitalzuflüsse von ETFs“ zeigt nun: Auch die Sichtbarkeit auf Google hat einen messbaren Einfluss darauf, wohin Geld fließt.
Untersucht wurden rund 1.700 US‑ETFs von 75 Anbietern. Das Ergebnis ist für Marketing‑ und Wachstumsverantwortliche in Finanzunternehmen hochrelevant: Produkte mit hoher organischer Google‑Sichtbarkeit verzeichnen signifikant höhere Zuflüsse – selbst dann, wenn klassische Produktfaktoren berücksichtigt werden.
Die Forscherin Olga Obizhaeva (Stockholm School of Economics) hat Web‑Analytics‑Daten von SEMrush mit Finanzkennzahlen kombiniert und über mehrere Quartale analysiert. Der Fokus lag auf einer einfachen, aber entscheidenden Frage:
Hat die Platzierung eines Finanzprodukts in der Google‑Suche einen Einfluss auf spätere Kapitalzuflüsse?
Die Antwort ist eindeutig: Ja.
ETFs, deren Websites auf den ersten fünf Seiten der Google‑Suchergebnisse erscheinen, verzeichnen im darauffolgenden Quartal signifikant höhere Zuflüsse als vergleichbare Produkte mit geringerer Sichtbarkeit.
Konkret zeigt die Studie:
- Google‑Seite 1: ca. +5,1 % höhere Zuflüsse
- Google‑Seite 2: ca. +4,5 %
- Google‑Seite 3: ca. +2,8 %
- Nur 13 % der untersuchten ETFs investieren aktiv in Google Ads
- Die monatlichen Ausgaben reichen von unter 1.000 USD bis über 200.000 USD
Diese Ergebnisse verschieben die Perspektive auf Marketing im Finanzumfeld:
1. Google ist Teil der Investor Journey
Investoren – institutionell wie privat – informieren sich zunehmend eigenständig. Google ist oft der erste Touchpoint, lange bevor Vertrieb oder Beratung ins Spiel kommen.
2. Sichtbarkeit ist ein Skalierungshebel
Ein gutes Produkt ohne Sichtbarkeit skaliert langsamer. SEO wirkt nicht kurzfristig, aber kumulativ – und genau das zahlt auf nachhaltige Zuflüsse ein.
3. Marketing wirkt auf Business‑KPIs
Die Studie liefert einen seltenen Beleg dafür, dass Marketing‑Maßnahmen direkt mit Kapitalströmen verknüpft sind. Sichtbarkeit ist kein Branding‑Luxus, sondern Wachstumsfaktor.
- SEO ist kein Kanal, sondern Infrastruktur
- SEA ist kein Shortcut, sondern Beschleuniger
- Sichtbarkeit ist kein Selbstzweck, sondern ökonomischer Hebel
Der untersuchte Zeitraum der Studie liegt zwischen 2019 und 2021 – also vor dem breiten Einsatz von KI-basierter Suche.
Gerade deshalb ist der Befund so relevant. Denn KI-Suche reduziert Auswahl, verdichtet Aufmerksamkeit und bevorzugt wenige, als besonders relevant eingestufte Quellen. Sichtbarkeit entsteht damit nicht mehr über viele Klickoptionen, sondern über Autorität und Zitierfähigkeit.
Übertragen auf die Studie heißt das:
Wenn klassische Google-Sichtbarkeit bereits messbare Auswirkungen auf Kapitalzuflüsse hatte, wird Relevanz in KI-Suchsystemen künftig noch direkter auf Business-KPIs einzahlen.
Für dich bedeutet das vor allem eines: Langfristig aufgebaute Sichtbarkeit wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil – nicht nur im Ranking, sondern in der Antwortlogik von KI-Systemen.